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Mike Dolezal im Interview mit der LZ
"Spaß steht im Vordergrund"


Er war der absolute Wunschkandidat von Trainer Willy Bauer und Sportchef Bernd Wucher: Mike Dolezal. Im Gespräch mit LZ-Redakteur Gunnar M. Flotow verrät der 33 jährige Ex-Profi, warum er sich dem EV Lindau angeschlossen hat – und welche Ziele er erreichen will.

LZ: Mike, was hat Sie denn zu den Islanders gezogen?

Dolezal: Ich habe das Geschehen in Lindau natürlich immer verfolgt. Ich hatte auch immer Kontakt zu Peter Kraus, Tobias Fuchs und ein paar anderen Jungs. Und wenn man so wie ich in Ravensburg wohnt, ist Lindau nicht weit weg.

LZ: Wo sehen Sie denn Ihre Rolle im Team?

Dolezal: Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich denke mal, dass ich ein bisschen Erfahrung mitbringe und vor allem den jungen Spielern helfen kann. Für mich steht ganz klar der Spaß im Vordergrund. Ich habe schon letzte Jahr im Sommer in der Vorbereitung mit den Jungs aus Lindau auf dem Eis gestanden, um mich fit zu halten. Die Gruppe ist lustig und ich habe mich sehr wohl gefühlt.

LZ: Der Spaß ist wichtig – aber natürlich verfolgt der Club auch sportliche Ziele...

Dolezal: Ich hoffe, dass das doch noch am grünen Tisch funktioniert mit dem Aufstieg in die Bayernliga. Wenn nicht, sollte die Bayernliga natürlich unser Ziel sein.

LZ: Sie haben an der Zeppelin University ein recht arbeitsreiches Studium begonnen. Ist ihnen die Landesliga da nicht sogar ein bisschen lieber als die aufwendigere Bayernliga?

Dolezal: Ich denke, dass sich Landesliga und Bayernliga nicht viel schenken. Klar: Das Studium steht an erster Stelle und ich werde sehen, wie das lerntechnisch alles zu vereinbaren ist. Sicherlich werde ich aber mal bei der einen oder anderen Trainingseinheit fehlen.

LZ: Mit Memmingen wäre der Aufwand aber zu hoch gewesen?

Dolezal: Die Strecke von der Universität nach Lindau ist schon wesentlich kürzer.

LZ: Wie schwer ist es eigentlich nach so vielen Profi-Jahren...

Dolezal: ...14 waren es insgesamt...

LZ: ...ein Studium anzufangen?

Dolezal: Das war schon eine große Umstellung. Ich war bis dato immer ein visueller Lerntyp. Ich musste feststellen, dass sich das geändert hat. Es gilt daher, ein wenig mehr zu tun als früher. Zumal bei mir noch eine zauberhafte Familie hinzukommt – Frau, Kinder, Hund. Die wollen alle ihren Teil von mir haben und das ist auch gut so. Mein „neues Leben“ macht mir sehr viel Spaß.

LZ: Was studieren Sie denn genau?

Dolezal: Corporate Management and Economics – BWL

LZ: Haben Sie sich schon  überlegt, wie lange Sie in Lindau spielen wollen?

Dolezal: So lange das zeitlich passt. Ich will mich halt auch fit halten.

LZ: Gibt’s denn einen Plan für die Zeit nach der Eishockey-Karriere und dem Studium?

Dolezal: Nein, ich plande da nichts voraus.

LZ: Was hat Sie denn dazu veranlasst, das Studium aufzunehmen?

Dolezal: Eine schwere Handverletzung hat mich dazu gezwungen mit dem Profi-Eishockey aufzuhären. So habe ich einen Cut gemacht, um in der freien Wirtschaft eine neue berufliche Zukunft zu suchen.